
Kevin gehört zu der Generation Malermeister an, die unser Handwerk mit viel Leidenschaft leben und große Pläne haben.
Er will sein eigenes Unternehmen weiter ausbauen und zu einer Marke machen. Wie er dahin gekommen ist und wie sehr er für das Malerhandwerk brennt, liest du im Interview mit ihm.
Erzähl mal was von Dir. Wie heißt Du? Wo kommst Du her? Was bist Du von Beruf?
"Mein Name lautet Kevin Förtsch und ich komme aus dem wunderschönen Bamberg. Von Beruf bin ich Selbstständiger Maler und Lackierermeister."
Wie bist du zum Malerhandwerk gekommen?
"Ich kam zu einer Zeit aus der Schule, wo es eher schwer war, mit einem Abschluss der mittleren Reife, der nicht nur von Einsen geprägt war, einen Beruf zu finden.
Ich war schon immer sehr engagiert, was das Arbeiten und Geld verdienen angeht. Ich hab in meiner Schulzeit nebenbei in der Gastronomie gejobbt sowie bei meinem späteren Ausbilder. Glücklicherweise war mein Ausbilder auch der Nachbar meiner Eltern beziehungsweise zu der Zeit auch mein Nachbar. Ich schrieb unzählige Bewerbungen und bekam immer Absagen. Als dies dann mein Ausbilder mitbekam, hatte er meinen Eltern den Vorschlag unterbreitet, mich auszubilden. Diese Idee fand ich anfangs nicht so toll, da ich gerne Elektriker geworden wäre. Aber schon nach kurzer Zeit ist dieser Wunsch definitiv verflogen.
Mein Ausbilder war ein unglaublich toller Ausbilder. Er prägte mich nicht nur menschlich, sondern lernte mir von Tag eins an das kleine Einmaleins des Malerhandwerks. Ich musste jeden Tag 110 % geben, weil er nun damit zufrieden war. Und dafür hatte ich ihn gehasst. Mittlerweile liebe ich ihn dafür und bin unglaublich dankbar, dass er das mit mir gemacht hat, dass er nicht aufgegeben hat und jeden Tag aufs Neue an mich geglaubt hat und mir immer mehr und mehr gezeigt hat.
Somit kann ich heute stolz sagen: Ich bin Maler & Lackierer Meister und ich liebe meinen Job."
Das Projekt auf das Du am meisten stolz bist:
"Diese Frage kann ich nicht nur mit einem Projekt beantworten: Ich war für eine Zeit Bauleiter in einer Maler und Verputzer Firma und habe im Raum, Bamberg, Bayreuth und München gearbeitet. Im Raum Bayreuth haben wir mit dieser Firma den so genannten City Cube gebaut. Das ist eine vorgehängte hinterlüftete Glas Photovoltaik Fassade, wo wir alle Elemente selbst berechnen mussten, und und und... - sehr anspruchsvoll.
Es gab noch weitere tolle Projekte, auf die ich stolz bin. Im Raum München habe ich einen Kindergarten gebaut, wo nicht nur Glattputz im Außenbereich ausgeführt wurde, sondern auch ganz viele verschiedene Dreiecksfliesen an der Fassade zu einem bunten Muster geklebt wurden. Dieses Projekt war am Diamalt Park in der Nähe von Unterschleissheim.
Von den Projekten mit meiner eigenen Firma bin ich vor allem auf das LEZ 14 in Bamberg stolz. Hier habe ich nicht nur TK Maxx und den Fressnapf gestaltet, sondern auch Deutschlands modernsten Media Markt."
Was wird in den kommenden Jahren die größte Herausforderung für Maler?
"Die größten Herausforderungen als Maler sehe ich in den nächsten Jahren dahin, weiterhin gutes deutsches Fachpersonal zu bekommen und die Wertschätzung als Handwerker zu erfahren. Natürlich wird das alles auch über den Preis reguliert. Ich hoffe, dass unsere Industrie und Politik endlich mal wieder zur Vernunft kommt und sich die Preise wieder normalisieren, sodass sich jeder wieder schöne Sachen für sein Zuhause leisten kann."
Was stresst dich am Arbeitsalltag am meisten und was feierst du am meisten?
"Was mich am meisten stresst, ist eigentlich nur, wenn mein Personal unpünktlich ist oder eines der Fahrzeuge nicht funktioniert, wie es soll.
Natürlich feiere ich am meisten am Tag, wenn ich irgendwelche schöne Arbeiten machen kann (Muster, Spachtelwände oder sonstige edle Beschichtungen). Allgemein feiere ich meinen Tag immer, da mein Job mein Hobby ist und ich für meinen Beruf absolut brenne."
Was sind deine Ziele? Beruflich und/oder privat?
"Meine beruflichen Ziele sind definitiv meine Firma in einer Größe von sechs Mann plus aufzubauen und aus meinem Unternehmen eine Marke zu machen. Übertrieben gesagt wie Adidas. Das ist das Ziel, was ich mit meiner Firma vorhabe.
Privat würde ich die Ziele so deklarieren: Haus,Frau und Kind wären sehr schön. Da alleine als selbstständiger das Leben schon manchmal sehr schwer sein kann."
Dein Gruß an die Kollegen aus dem Malerhandwerk:
"Mein Gruß an alle Malerkollegen da draußen: Leute lebt euren Job einfach und genießt es, dass ihr mit euren Händen jeden Tag was Cooles machen könnt. Auch wenn die Arbeit vielleicht manchmal nicht so schön ist, aber wenn ihr nach Hause geht, dann seht ihr, was ihr getan habt und habt anderen Menschen, die mit ihren Händen nichts anfangen können, wirklich einen riesigen Gefallen getan und was Schönes gezaubert habt. Macht einfach alle weiter und habt Bock auf euren Job. "
Vielen Dank Kevin für das Interview!
Alleine bei deinem Gruß an deine Kollegen bekommt man die volle Ladung Leidenschaft fürs Handwerk ab. Vermutlich kannst du Nachwuchstalente genauso viel Feuer für das Maler- & Lackiererhandwerk weitergeben, wie es dein Ausbilder bei dir getan hat.
Wir wünschen dir bei deinem Weg weiterhin viel Erfolg und sind guter Dinge, dass du mit der Überzeugung dein Personal findet. Und eine Ehefrau bestimmt auch. 😉
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Zum Autor / zur Autorin
Felix Schweizer

Felix ist unser Contentmanager auf HAMSTA. Er ist immer auf der Suche nach relevanten News und nützlichen Tipps. Und hin und wieder nimmt er selbst den Stift in die Hand und verfasst Magazinbeiträge.
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